Indien – Das Land vieler Kontraste

indientanzSchüler stellen den in Indien erlernten Guru Tanz zur Begrüßung der Lehrer vor.Durch das im letzten Jahr gegründete Projekt „Deutsch- Indisches Klassenzimmer", das von der Robert Bosch Stiftung und dem Goethe Institut/ Max Mueller in Delhi unterstützt wird, durften auch in diesem Jahr 15 Schülerinnen und Schüler Einblick in das alltägliche Leben in Indien gewinnen und lehrreiche Erfahrungen sammeln.
Auch im Jahr 2014 wollte das Johannes Turmair Gymnasium aus Straubing einen Schüleraustausch mit der Lotus Valley International School in Noida hervorrufen, welcher mit dem Motto „Dancing – Beyond – Borders" festgelegt wurde. Ziel war es, Kenntnisse über die traditionellen bayerischen und indischen Tanzarten zu gewinnen und diese später in einem sogenannten „Fusion dance" miteinander zu verbinden. Aus diesem Grund übten die bayerischen Schüler mit ihren Lehrern Herr Pöschl sowie Frau Schweiger die Tänze „Sternpolka", „Siebenschritt" und einen „Zwiefachen" ein, wobei die indischen Partner die für Indien typisch traditionellen Tänze wie Kathak und Odissi probten. Die Choreographie für den bayerisch- indischen „Fusion dance" erstellte der indische Tanzlehrer und Tänzer Hemant Kalita, der für seine Begabung nicht nur in Indien, sondern sogar international bekannt ist.
Ein besonderes Highlight war, dass die bayerischen Tänze, sowie der „Fusion dance", in Indien von einem Fernsehteam aufgezeichnet und eine Woche später im Hauptsender des indischen Fernsehens landesweit ausgestrahlt wurde (VIDEO).
In Delhi werden 3200 Schüler vom Kindergarten bis zur 12. Klasse von 170 Lehrern in der Lotus Valley International School unterrichtet. Beim Betreten der Schule wurden wir von Miss Madhu Chandra, der Leiterin der Privatschule, freudig empfangen und Herr Pöschl, sowie Frau Schweiger, die als begleitende Lehrkraft mit nach Indien flog, überreichten ihr Geschenke. Anschließend folgten wir unseren Austauschschülern in die jeweiligen Klassen um am Unterricht teilnehmen zu dürfen. Sofort viel uns auf, dass der Unterricht in Indien zu dem in Deutschland sehr unterschiedlich ist. Statt Tafelanschriften, wird eher mit den Schülern über verschiedene Themen diskutiert. Außerdem ist der Respekt von Schüler zu Lehrer wesentlich höher, wobei trotzdem eine feste Freundschaft zwischen Lehrern und Schülern besteht.
Scannen0015Austauschschüler vor dem Taj MahalEin weiterer Höhepunkt des Austauschs was das 4-tägige Lichterfest „Diwali", das zu Ehren der Göttin Lakshmi gefeiert wird. Nach einem religiösen Brauch wurde jedem von uns ein roter Segenspunkt auf die Stirn gemalt und anschließend feierlich im Kreis der Familie gegessen. Ein riesiges Feuerwerk rundete das Ganze ab.
Neben weiteren Tagen im Unterricht, machten die teilnehmenden Schüler Ausflüge zu bedeutenden Sehenswürdigkeiten Indiens, wie beispielsweiße dem Red Fort, dem Lotus Tempel, der Mahatma Gandhi Gedenkstädte, sowie der wohl berühmtesten Sehenswürdigkeit – dem Taj Mahal.
Jedoch sahen die sie nicht nur die positiven, sondern auch die negativen Seiten Indiens. Hunde die krank am Boden liegen und bettelnde Kinder sind leider eine alltägliche Situation. Müll auf der Straße wird irgendwann angezündet, wodurch auch der starke Smog in der Luft entsteht.
Die restlichen Tage besuchten sie verschiedene Hochschulen für Tanz wie beispielsweise der Hochschule Kathak Kendra, um die indischen Tanzarten wie Odissi und Kathak auch in ihrer Praxis zu sehen. Außerdem wurden die typischen Instrumente wie Tabla und Sarangi, die zur Begleitung der Tänze dienen, vorgestellt. Neben der offiziellen Projektarbeit wurde jedoch auch an einem Abend ein Potluck- Dinner veranstaltet, wo typisch indische Speisen verkostet wurden. Hierbei waren auch die Eltern der indischen Austauschpartner eingeladen, um die bisherigen Fortschritte unseres Tanzprojektes zu begutachten.
Leider kam auch die Abreise immer näher und so trennten wir uns schweren Herzens von unseren liebgewonnenen indischen Austauschschülern mit einem herzlichen „Namaste!".
Rückblickend war der Schüleraustausch ein riesen Erfolg, in dem man einmalige Erfahrungen sammeln konnte.