Portrait JTG

von Donau TV

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Schulbroschüre

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Termine

02.06.18 - 19.06.18

Gegenbesuch-Indienaustausch

15.06.2018

09:45 - 12:45 Cinéfête
Frz.-Schüler der 8a u. 10a

12:00 Notenbekanntgabe ABITUR

16.06.2018

PANGEA-Wettbewerb Finale

18.06.2018

Cinéfête II
Frz.-Schüler Kl. 9a

19.06.18 - 22.06.18

Abitur - MÜNDLICHE ZUSATZPRÜFUNGEN

22.06.18 - 06.07.18

Gegenbesuch USA-Austausch

26.06.2018

2. zentraler Englischtest in Jgst. 10

27.06.18 - 28.06.18

Probentage Großer Chor/Big Band

29.06.2018

Entlassfeier ABSOLVIA 2018

04.07.2018

Sommerfest

09.07.2018

Sommerkonzert

10.07.18 - 12.07.18

Probentage US-Theater

Natur & Umwelt machen Schule

logoumweltschule

MINT-freundliche Schule

Mint Symbol

Auf der Suche nach dem perfekten Donut

DSC 0409Buchstäblich jedes Kind auch hierzulande kennt die liebenswert-chaotische Zeichentrickfamilie Simpson aus Springfield, gelbe Wesen mit ungewöhnlich geformten Köpfen und großen Glupschaugen.
Passend zum 25. Jahrestag der US-TV-Serie „The Simpsons" – inzwischen die weltweit erfolgreichste Zeichentrickserie aller Zeiten – nahm Dr. Markus Hünemörder, Dozent für Amerikanistik an der LMU München sowie am dortigen Amerikahaus, die Oberstufenschüler des Johannes-Turmair-Gymnasiums mit auf eine kurzweilige Reise zur Suche nach dem perfekten Donut. In seinem launigen multimedial unterstützten Vortrag in englischer Sprache widerlegte Dr. Hünemörder Homer Simpsons Behauptung, dass Cartoons nur bedeutungslose, lustige Filmchen mit Slapstick-Effekten, aber ohne jedwede Relevanz seien. Anderthalb Stunden lang führte der Referent seiner faszinierten jugendlichen Zuhörerschaft vor Augen, dass die scheinbar seichte Serie in Wirklichkeit ein raffiniertes satirisches Spiegelbild der amerikanischen Gesellschaft ist, voll von geschichtlichen, politischen, religiösen oder kulturellen Anspielungen. Dies geschieht oft auf so subtile Weise, dass man erst nach wiederholtem Ansehen einer Folge die diversen Seitenhiebe entdeckt. Anhand mehrerer Cartoons exemplifizierte Dr. Hünemörder seine Theorie der vier Schichten des Humors, vom offensichtlichen bis zum immer subtileren, für dessen Verständnis man durchaus ein gewisses Hintergrundwissen benötigt. Alle Themen des amerikanischen way of life werden persifliert, vom Feminismus über die laxen Waffengesetze bis zur Medienlandschaft, alle berühmten Persönlichkeiten, ob Politiker, Filmstar oder Literat, auf die Schippe genommen. Der Hype der Serie, die ursprünglich von Matt Groening als Animation seines Zeitungscartoons „Life in Hell" erfunden wurde, geht in den USA inzwischen so weit, dass man sagen kann, nur der ist wirklich „in", der es in die Sendung geschafft hat. Der damalige britische Premierminister Tony Blair oder Harry Potter-Autorin J.K. Rowling wurden als Beispiele für solche Gastauftritte genannt.
Nach diesem unterhaltsamen und informativen Nachmittag sehen nun die knapp 200 Straubinger JTG-Schüler ihre alten Bekannten aus Kindertagen Homer und Marge mit ihren Sprösslingen Bart, Lisa und Maggie in einem ganz neuen Licht.
Etwas anders geartet, aber nicht minder interessant, war der abendliche Vortrag Dr. Hünemörders mit dem Thema „USA-Update 2015", zu dem das JTG zusammen mit der Buchhandlung Pustet die Öffentlichkeit geladen hatte. Während Obama in seiner jüngsten „Rede zur Lage der Nation" die eigenen Leistungen in ein möglichst günstiges Licht rückte, sprach Hünemörder nicht nur die Höhen sondern auch die Tiefen der Obama-Administration an: Trotz wirtschaftlicher Erholung ist die Lage des US-Mittelstandes vielfach prekär. Obama führte die USA zwar weitgehend aus den Kriegen in Afghanistan und dem Irak heraus, wurde aber vom syrischen Bürgerkrieg und dem IS-Vormarsch böse überrascht. Das berüchtigte Guantanamo-Gefängnis ist noch immer nicht geschlossen. Die versprochene Rolle als Versöhner im innenpolitischen Lagerkampf konnte Obama nicht spielen. Es gelang ihm allerdings eine umfassende, wenn auch nicht wirklich populäre Gesundheitsreform. Viele der Versäumnisse seien nicht Obamas Schuld, so der Referent. Vielmehr sah sich der Präsident einer hochgradig ideologisierten Republikanischen Partei gegenüber, die sich notwendigen Kompromissen strikt verweigerte. Sie blockiere auch die überfällige Einwanderungsgesetzgebung, die Obama nun teilweise auf dem umstrittenen Weg des Präsidialerlasses durchzusetzen versuche. Die Blockadehaltung bei der Einwanderung könne den Republikanern freilich künftige Siege bei Präsidentschaftswahlen kosten, da sie die wachsende Wählergruppe der Latinos verschrecke. Die für nächstes Jahr anstehenden Präsidentschaftswahlen laufen möglicherweise erneut auf ein Duell der Clinton- und Bush-Clans hinaus: Hillary Clinton bei den Demokraten gegen den Republikaner Jeb Bush. Freilich sei in der zerstrittenen Republikanischen Partei noch vieles offen. Obama werde sich bis dahin wohl nicht mit einer Rolle als „lahme Ente" in der Endphase seiner Administration zufrieden geben. Es seien noch einige Präsidialinitiativen zu erwarten. Die rund fünfzig Zuhörer stiegen nach Dr. Hünemörders Ausführungen noch in eine lebhafte informelle Diskussion ein und Schulleiter Metken bedankte sich mit wohlgesetzten, launigen Worten für die ebenso fundierten wie kurzweiligen Ausführungen.