P-Seminar – „Alpine Hüttenwanderung“ / Video und Blog

IMG 4407Wir kamen mit dem Zug am Bahnhof in Grafling, unserem Startpunkt an und sogleich machten wir uns auf den Weg zu Frau Stern, die im Dorf auf uns wartete. Dort angekommen marschierten wir mit viel Energie los, durch den morgendlichen Bayerischen Wald auf den ersten Hügel hinauf. Nieselregen und die erste steile Steigung schafften es nicht uns zu entmutigen. Bei der ersten kleinen Pause, in der wir uns alle wieder sammelten, erschien uns der Fakt, dass wir schon eine ganze Stunde unterwegs waren eher unwirklich.
Die erste Etappe war auch schon in Aussicht: Der Butzen. Da der Pfad jedoch kurz vor dem Ziel plötzlich aufhörte, schlugen wir uns durch das Unterholz bis zum Gipfel durch. Oben hatten wir noch keine großartige Aussicht, aber dafür verewigten wir uns im Gipfelbuch und stärkten uns mit einer sehr willkommenen Mahlzeit.
Die weitere Tour ging bergab und bergauf und der Regen stoppte. Der nächste Aufstieg galt dem Vogelsang. Ich denke, ich war nicht die einzige, der auf dem Weg nach oben die Beine schon schwer wurden. Doch umso stolzer konnte man sein, das Ziel erreicht zu haben! Die Belohnung war ein wunderschönes Panorama und eine erholsame Mittagspause. Nachdem wir uns gestärkt und ausgeruht hatten, ging es auch schon weiter.
Wir machten nach einiger Zeit eine Pause, um zu entscheiden, ob wir nach dem Rauher Kulm noch auf den Hirschenstein gehen wollten, aber ein eindeutiges Schweigen zeigte, dass ein dritter Berg völlig genügte. Der Weg auf den Rauher Kulm hinauf war jedoch schneller hinter uns gelassen, als wir dachten und der Überblick über das Alpenvorland von dort oben war wieder einmal eine genugtuende Belohnung.
Der Weg zu unserem Endziel in Grandsberg war wohl der schönste der gesamten Tour. Zum Ausgehen war es angenehm eben und ein Bächlein begleitete unseren Weg. Es war so schön, dass man die schmerzenden Füße schon gar nicht mehr spürte.
Geschafft kamen wir schließlich in Grandsberg an und die Wanderung nahm ein Ende. Die meisten waren wohl froh, dass es geschafft war, aber vor allem glücklich, diesen (mehr oder weniger) schönen Tag, in der Natur verbracht zu haben.
Alles in einem wurde, meiner Ansicht nach, das Eis zwischen ein paar Personen gebrochen, weil man die Chance hatte sich mit ihnen zu unterhalten und sich besser kennenzulernen. Eine sportliche Herausforderung wurde erfolgreich bewältigt: Wir waren stolze 23 Kilometer unterwegs, in denen wir über 30000 Schritte zurückgelegt und 1100 Höhenmeter geschafft haben. Auch die Natur überraschte wohl ein paar Leute mit ihrer Schönheit. Ich würde mich auf eine eventuelle Wiederholung einer Tageswanderung freuen, bevor wir im September die Alpentour im Karwendelgebirge angehen. :-)
Verena Santl, Q11

 

Video von Luca Ponzio:

 

 

 

"Karwendelblog"

 

1.Tag - Motto: Stairway to heaven
Wir erreichten Mittenwald gegen Mittag und legten sogleich eine Pause ein. Für den 2. Hüttenaufenthalt mussten wir noch letzte Besorgungen im Dorf erledigen und kauften Pesto im Netto. Danach marschierten wir munter und energiegeladen los. Die erste Steigung war gleich geschafft, als wir Herrn Karsunke von hinten rufen hörten: „Stopp! Nicht so schnell, wir haben uns verlaufen!“
Also ging es den Berg wieder hinunter, um den danebenliegenden Weg einzuschlagen. Schnell bildeten sich zwei Gruppen: Die schnellen Sportler und die eher gemütlichen Wanderer. Dies hatte zur Folge, dass auf gut 1300m Höhe bei einer weiteren Pause bzw. Wartepause eine kurze Partie Watten gespielt wurde.
Nach zwei Beinahekreislaufzusammenbrüchen, verschwitzt bis auf die Unterhose und Herrn Karsunkes ständigen „nur noch zwei Stunden!“-Versprechen, kam endlich die Hütte in Sicht. Und auf einmal waren plötzlich alle Sportler.
Also nach durchschnittlicher Wanderzeit von 4,5 Stunden waren wir um sechs Uhr endlich alle auf der Hütte angekommen und bekamen ein wohlverdientes leckeres „Oma-Essen“ serviert: Erbsensuppe. Diese Suppe hatte zwar eine etwas ungewöhnliche Konsistenz (man konnte den Löffel in die Suppe stecken, ohne dass er umfiel), aber nach diesem ersten anstrengenden Tag, war jedem ein warmes Gericht ganz recht.
Am Abend begann die kleine Tradition zum täglichen Mensch-Ärgere-Dich-Nicht-Spielen. Neben diesem Spiel wurden auch wieder die Spielkarten ausgepackt. Und bei einem alkoholfreien Bier oder einem Skiwasser wurde der Rest des ersten Abends genossen, bevor sich alle in ihre Hüttenschlafsäcke legten, und die einen mehr, die anderen weniger schliefen.
(M. Reil)

 

Tag 2 - Motto "Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg!"
Nach einer mehr oder weniger ruhigen Nacht (je nachdem, ob die Ohropax gut gehalten haben oder nicht), begann der Tag bei einem leckeren Hüttenfrühstück. Alle Schüler genossen das am Vorabend frisch gebackene Brot der Hüttenwirtin bei einem grandiosen Ausblick auf der Terrasse.
Um kurz nach 8 Uhr brachen wir dann zu unserer heutigen Tagestour zur Krinner-Kofler-Hütte auf. Nach einem steilen Aufstieg zum Wörnersattel (1900 m), wurde die erste größere Pause eingelegt. Diejenigen Bergsteiger, die noch Luft nach oben hatten, zog es zum Steinkarkopf (1950 m).
Nach diesem kleinen Zwischenstopp folgte nun der Abstieg in das erste typische Geröllkar, welche auch Namensgeber des Karwendelgebirges sind. Der steile Einstieg in das Geröllfeld sorgte bei einigen Kursteilnehmern für Verunsicherung und trotz der hohen Konzentration folgten die ersten kleineren Rutscheinheiten. Doch diese kleinen Gefahrenstellen waren eigentlich nur das Kontrastprogramm zum restlichen Tag: Die Tour war größtenteils nicht mit großer körperlicher Anstrengung verbunden, sondern forderte mehr Konzentration, Ruhe und Überwindung als die anderen Tagesetappen.
Grundsätzlich gab es zu Beginn des Tages noch zwei Möglichkeiten um zur nächsten Hütte zu kommen. Hierbei wurde von uns natürlich die Längere vorgezogen, da die Kurze einfach zu langweilig gewesen wäre.
Nach der Mittagspause auf der nächsten Karspitze folgte nun wiederum eine Wanderung durch ein Kar. Nach Scheitern der Mission "Ich will Schnee!" von unserem Wanderführer Herrn Karsunke, ging die Tour noch auf markierten Wegen weiter. Einige Zeit später sahen viele Seminarteilnehmer zum ersten Mal eine Gams und diese ließ sich noch dazu nicht von uns stören, sondern blieb einfach 30 Meter unterhalb des Weges im Kar stehen.
Doch nun begann der interessanteste Teil der Tour. Durch eine glorreiche Fehleinschätzung des Tagesguides (Name der Redaktion kannt) begann ein Karabstieg mit weitreichenden Folgen. Der zunächst sehr lustige Abstieg im Stile eines Skifahrers endete mit einem spontanen Expeditionsmarsch durch den Latschenkieferwald, der sich dschungelartig unserem Vorankommen entgegenstellte. Dieser kleine, militärisch angehauchte Marsch führte bei den meisten zu deutlicher Erheiterung, andere wiederum nahmen dieses kleine als „Abkürzung verkaufte“ Abenteuer leider nicht sehr erfreut auf. Nach Wiederfinden des Weges durch unsere beiden persönlichen „Pfadspurenlesern“ Hr. Karsunke und Fred Schilling, konnten wir nach dem kurzen Abstecher endlich auf markiertem Weg die Krinner-Kofler-Hütte erreichen.
Am Ende dieses aufregenden Tourtages Nummer 2 verbrachten wir den Abend auf der Krinner-Kofler-Hütte (Selbsversorgerhütte) bei Nudeln mit Pesto, oder je nach Experimentierlust auch mit Nutella. Nach dem leckeren Abendessen folgte das gemütliche Beisammensein bei vielerlei Brettspielen, wo wieder neue Freund- und Feindschaften geknüpft wurden. Luca begleitete dies mit einigen Liedern auf der Gitarre und so ließen wir einen perfekten Tag in den Bergen ausklingen.
(Ch. Wittmann)

 

Tag 3 - Motto „Die Welt von oben“
Trotz der Müdigkeit startete die Gruppe auf Krinner-Kofler Hütte bei Marmeladen- und Nutellasemmeln gut gelaunt in den Tag (die Aufbackwaren und die Brotaufstriche hatten wir tapfer hierher getragen). Der Morgen begrüßte uns mit strahlend blauen, wolkenlosen Himmel, als wir uns erneut auf den Weg ins nächste Abenteuer machten. Der Aufstieg allerdings begann allerdings wenig spektakulär mit einem Serpentinenweg durch die Latschen. Über uns thronte majestätisch die Soiernspitze. Unsere Anstrengungen wurden dann aber belohnt, als wir vom Weg aus das Panorama des am Vortag begangenen Steiges durch die Kare erblicken konnten. Nach einer Pause auf dem ersten Sattel führte der Weg fast ohne Höhenverlust am Hang entlang. Dann war der entspannende Teil der Wanderung allerdings schon wieder zu Ende und der Weg führte in ein Hochtal, aufwärts durch eine „archaisch“ anmutende (Wortwahl Alexander Rietmann) Landschaft, mit seltsam geformten Felsen, hinauf zum Sattel unterhalb der Gumpenkarspitze. Dort oben angekommen konnte man den unglaublichen Ausblick auf die beiden Soiernseen mit der Hütte, dem Tagesziel genießen.
Nach einer längeren Mittagspause verweilte ein Teil der Gruppe auf dem Sattel und stieg schließlich hinunter zur Hütte, während ein paar andere zusammen mit Herrn Karsunke die Gumpenkarspitze und die Krapfenkarspitze erklommen. Der Weg zum Gipfel mit dem lustigen Namen war eine anspruchsvolle Kletterei und fast oben angekommen sahen wir 20 Meter über und dann auch unter(!) uns einen Segelflieger durch den strahlend blauen Himmel gleiten. Auf dem Gipfel angekommen konnten wir die Aussicht auf das umliegende Karwendelgebirge Walchensee und Isar genießen, worauf dann bald der Abstieg zum Soiernhaus folgte.
(E. Simmel und A. Rietmann)

 

Tag 4 - Motto „Gams, Gams, Gams!“
Nach leckerem Kaiserschmarrn, einem erfolgreichen Spiel „Mensch-Ärgere-dich-nicht“ oder einer Partie Schafkopf und erholsamen (leisen) Schlaf standen wir am Anfang unserer vorletzten Etappe.
Uns standen an diesem sonnigen, schönen aber windigen Tag drei Optionen offen:
1. Wir verbringen den Tag auf der Hütte
2. Wir wandern zusammen mit Frau Stern auf die Schöttelkarspitze und wieder zurück
3. Soiernumrandung mit Herrn Karsunke
Fest entschlossen aber ein wenig aufgeregt entschied ich mich für die etwas längere Tour mit Herrn Karsunke.
Bei einem akzeptablen, nicht allzu steilem Aufstieg zur Schöttelkarspitze wurden wir jedoch nicht mehr von unserem „Tourguide“ Mr K geführt, welcher noch immer an seine heißgeliebten, entflohenen Badeschlappen dachte, die sich auf der Hütte irgendjemand „ausgeliehen“ hatte, sondern von vielen Gämsen, die unsere ständigen Begleiter auf dem Weg zum Gipfel waren.
Leicht verschwitzt oben angekommen, genossen wir einen atemberaubenden Rundumblick mit traumhafter Sicht auf die glitzernden Soiernseen.
Nachdem Herr Karsunke wieder vergeblich versuchte hatte „sein Handy in den Griff zu kriegen“, wie er es nannte, schritten wir über den anfangs sehr steinigen Kamm, hinüber zur Soiernspitze. Doch mit unserer zunehmenden Lust, den nächsten Gipfel zu besteigen, nahm auch der störende Föhnwind gewaltig zu.
Unser neues Motto war nun nicht „Games, Games, Games“, wie der Name eines anderen P-Seminars sondern „Gams, Gams, Gams!!!“, da sie unsere ständigen Beobachter und Begleiter waren.
Nach einer sehr steilen, steinigen Passage über die Soiernschneid , erklommen wir schließlich noch die Soiernspitze und somit auch den höchsten Gipfel unserer gesamten Tour durch das wunderschöne Karwendelgebirge, mit 2259m Höhe.
Dort oben angekommen genehmigten wir uns eine Pause und staunten über den fabelhaften Ausblick. Die Sicht war so schön, dass sogar trockenes „Knäckebrot“ und geschmolzene Schokoriegel äußerst gut schmeckten und die Gedanken an die schmerzenden Waden Nebensache wurden.
Man blickte in sehr fröhliche, stolze und staunende Gesichter. Getrieben von Hunger und Gelüsten nach köstlichem Kaiserschmarrn und der würzigen Soiernwurst traten wir schließlich unseren Abstieg zum Soiernhaus an.
Ein bisschen erschöpft genossen wir dann die Restsonne und die nette, freundliche Hüttenbewirtung und ließen den Tag wieder mit gnadenlosen und unerbittlichen „Mensch ärgere dich nicht Schlachten“ ausklingen.
(D. Mühlbauer)

 

Tag 5 - Motto „Gams, Gams, Gams!“
Der letzte Tag startete wie die Vorherigen auch wieder um 7 Uhr und die zu Beginn vorherrschenden kühlen Temperaturen von 8°C sollten uns ebenso wenig davon abhalten, unser Ziel zu erreichen, wie die noch vom Tau nassen und somit teilweise rutschigen Steine auf dem Weg. Auf unserer heutigen Etappe, dem sogenannetn Lakaiensteig, selbst war ein wunderschöner Wasserfall zu sehen. Ebenso querten wir zwei kleinere Bachläufe. Auch war es den vordersten Leuten unseres Trupps aufgrund der wachsamen Augen Herr Karsunkes möglich ein „Eich“-Flughörnchen vorbeihaschen zu sehen.
Damit war aber auch schon fast der spannendere Teil des heutigen Weges vorbei, denn es folgte ein zweistündiger Marsch entlang einer recht langweiligen Forststraße, die dann letztendlich nach Krün führte. Dort verstreute sich dann die Gruppe, da der Bus, der uns nach Mittenwald an den Bahnhof bringen sollte, erst eineinhalb Stunden später fuhr, und somit die meisten Schüler die Gelegenheit nutzten konnten, um sich etwas zu Essen zu besorgen. Schließlich kam der Bus, und wir konnten die Reise nach Hause antreten, wobei man merkte, dass die meisten von unsr doch von der Tour etwas geschafft waren.
(S. Wagner)