Sechstklässler „kapern“ ein Römerschiff

 

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Über 100 Sechstklässler des Johannes-Turmair-Gymnasiums fuhren mit ihren Lateinlehrern – darunter auch Schulleiterin Andrea Kammerer – nach Regensburg, um die Reste des alten römischen Legionslagers Castra Regina (= Lager am Regen) anzuschauen. Dabei erfuhren sie, dass die Porta Praetoria, das monumentale Nordtor, erst 1885 entdeckt wurde und neben der Porta Nigra die einzig erhaltene Toranlage nördlich der Alpen ist. Das Legionslager wurde 179 n. Chr. unter Kaiser Marc Aurel gegründet und diente als Standort der 3. Italischen Legion. Nicht nur die Römer, sondern auch der Namensgeber der Schule standen auf dem Plan. So besuchte man das Grabrelief von Johannes Turmair, das sich an einer Außenmauer der Basilika St. Emmeram befindet. Hier konnten die Schüler lateinische Inschriften auf der Grabplatte entziffern und übersetzen, wobei sie Hilfe von ihren Lehrern bekamen. Am Nachmittag tauchten die Schüler in die Welt eines römischen Legionärs ein und durften auf der Naab eine Patrouillenfahrt mit der „navis lusoria“ machen. Dabei lernten sie in aller Kürze, wie man rudert und ein solches Schiff steuert. Dieser spätantike Schiffstyp galt als sehr wendig und wurde vor allem auf Flüssen eingesetzt. Nachdem Studenten der Uni Regensburg uns mit Begriffen wie „Steuerbord“ und „Backbord“ vertraut gemacht haben, ging es an die Ruder und nach einiger Zeit schafften es alle, im Takt zu bleiben, so dass man volle Fahrt aufnehmen konnte und eine Strecke von 150 Metern in knapp 80 Sekunden zurücklegte. In kurzen Verschnaufpausen erfuhren die Schüler, dass die Legionäre auf den Schiffen stets Freie waren und keine Sklaven. Während ihrer 25jährigen Dienstzeit durften sie nicht heiraten. Auch war der Dienst auf einem Schiff sehr begehrt, da er schnelle Aufstiegschancen beim Militär bot und wesentlich angenehmer war als der Dienst eines Fußsoldaten. Auch die Ausrüstung und Waffen eines Legionärs inspizierten die Schüler und lernten viele Vorzüge antiken „Hightechs“ kennen.