Vom Haifisch in den Palmen und anderen Sommerträumen

P1050051Weit über fünfhundert Zuhörer lauschten vergangenen Donnerstag im voll besetzten Magnobonus-Markmiller-Saal trotz des anstehenden EM-Halbfinales dem diesjährigen Sommerkonzert des Johannes-Turmair-Gymnasiums. Mit teilweise selbst arrangierten Stücken setzte die Percussiongruppe den Auftakt und beeindruckte durch komplexe Komplementärrhythmen und Rhythmusverschiebungen vom Bodybeat zur Conga, wobei die unterschiedlichsten Klangkörper wie etwa Boomwhackers zum Einsatz kamen. Sodann entführten die jüngsten Chorsänger der fünften Klassen das Publikum mit erfrischendem Enthusiasmus in surreale Traumwelten, in denen „der Haifisch in den Palmen hängt und ein Eisbär durch die Wüste rennt“. Die Chorklasse 6 begeisterte mit beschwingten Arrangements zweier wort- und klangwitziger Tiergedichte von Heinz Erhardt: Aufgrund der beachtlichen Textverständlichkeit konnte man sehr genau die tragikomische Story von einem Lama mitverfolgen, das nicht spucken kann – eine Runde Mitleid! – sowie von einem Madenkind, welches einen verbotenen Ausflug aus seiner Baumrinde mit dem Leben bezahlt. An englische und französische Titel wagten sich die Siebtklässler: Nach „Seven Years“ von L. Graham präsentierten sie, zusammen mit Fünftklässlern in der hohen Stimme und sensibel begleitet vom Orchester sowie Daniela P1040821Dorfner am Klavier, den Klassiker „Vois sur ton chemin“ aus dem Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“. Das Genre Filmmusik führte im Anschluss das Orchester fort, indem es, unterstützt durch einige Big-Band-Mitglieder, Highlights aus „The Lord of the Rings“ darbot. Romantische Klänge zauberte das Ensemble sodann mit „Schwanensee“ von Tschaikowsky auf die Bühne, wobei besonders die Harfenistin Elisabeth Konrad (9a) ihre beachtliche Professionalität unter Beweis stellte. Wer Edvard Griegs „Morgenstimmung“ nur als Handy-Klingelton kennt, durfte nun diesen Klassiker aus der Peer-Gynt-Suite, ebenso wie den nicht minder bekannten Ohrwurm „In der Halle des Bergkönigs“, technisch unverfälscht in der sehr sauberen Darbietung eines geglückten Arrangements goutieren.
Dem klug konzipierten Programm entsprechend griff nach der Pause auch der Große Chor auf Titel aus „Herr der Ringe“, „Beauty and the Beast“ sowie „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ zurück. Intonationssicher in allen Stimmlagen und mit jugendlichem Schwung wurden außerdem das afrikanische Befreiungslied „Shosholoza“ und Michael Jacksons „Black or White“ geschmettert. Für den fulminanten Abschluss sorgte die Big Band mit vier Stücken, welche dem Publikum freilich trotz des P1040822fortgeschrittenen Abends noch lange nicht genügten: Gleich zwei Zugaben wurden eingefordert, mit denen sich vor allem die diesjährigen Abiturienten verabschiedeten – beim ersten Zusatzstück unschwer erkennbar als „Blues Brothers“ maskiert, beim zweiten mit Anna Steinkirchner (Q12) als Sängerin im Mittelpunkt: Hatte Anna bereits bei den vorangegangenen Titeln „Rosanna“, „The Sunshine Of My Life“ und „Thriller“ als Instrumentalistin (Saxophon und Piano) sowie bei „Meglio stasera/It Had Better Be Tonight“ als Sängerin ihre vielfältigen musikalischen Qualitäten unter Beweis gestellt, so setzte sie nun mit ausgezeichneter Stimme und absolut authentischer Ausdruckskraft den krönenden Schlusspunkt mit „I’m feeling good“. Wenngleich der Große Chor und vor allem die Bigband des JTG gerade durch den heurigen Abiturjahrgang viele routinierte Musiker einbüßen muss, so darf man doch auf Nachwuchs hoffen: Dies zeigten vier Mädchen aus der Chorklasse 6, welche bei einem Stück bereits den Großen Chor unterstützten, sowie Thomas Werneyer (8c), der rhythmisch sauber und klangschön mit zwei Saxophon-Stücken für ein Intermezzo zwischen den Chorklassenliedern sorgte.
Der Stellvertretende Schulleiter Markus Sabinsky bedankte sich bei allen mitwirkenden Schülern, ihren Musiklehrern Anita Michl (Instrumentalunterricht), Susanne Schlögl (Chorklassen und Großer Chor) sowie Thomas Knapek (Percussion und Bigband) und last but not least bei dem langjährigen Tonmeister und Technikwart Markus Frankl (Q12) für den rundum gelungenen Abend.

Birgit Mania