Jugendliche in Europa

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In der vergangenen Woche besuchten zwei Gäste aus Warschau das Johannes-Turmair-Gymnasium, um eine ganz besondere Kooperation vorzubereiten: Frau Marzenna Zaworska, Schulleiterin der Adam-Mickiewicz-Oberschule, und Herr Michał Jamiołkowski, Germanist, Sprachwissenschaftler und Historiker an der Universität Warschau. Sie kamen auf Vermittlung von Prof. Dr. Karol Czejarek, Hochschuldozent und ehemals Warschauer Kulturchef sowie früheres Mitglied der polnischen Regierung. Der überzeugte Europäer, Demokrat und engagierte Fürsprecher im Aussöhnungsprozess zwischen Deutschland und Polen war bereits im vergangenen März Hauptreferent auf der ersten von JTG und Aktionskreis „Wir sind Straubing“ durchgeführten ‚Demokratiekonferenz‘ an unserer Schule.

Nach dem großen Erfolg dieser ersten Veranstaltung ist nun eine Fortsetzung – diesmal ein Dialog zwischen deutschen und polnischen Schülern – in Warschau geplant. Einer intensiven inhaltlichen Vorbereitungszeit einer Gruppe interessierter Turmair-Schüler im Laufe der kommenden Wochen und Monate folgt im September des kommenden Jahres ein erster Besuch. Auch der Arbeitstitel dieser zweiten Demokratiekonferenz steht schon fest: Unter der Überschrift „Jugendliche in Europa – Zukunftschancen und mögliche Gefährdungen“ werden die Straubinger und Warschauer Schüler sich unter anderem mit Populismus-Tendenzen, Europäischer Identität, Stereotypen und Vorurteilen sowie Erwartungen und Zielen Jugendlicher in einem vereinten Europa auseinandersetzen, ihre Vorstellungen präsentieren und sich – flankiert von Expertenreferaten – kritisch austauschen. Eine weitere Folgeveranstaltung ist im September 2019 geplant – dann vorbereitet von einem P-Seminar im Fach Geschichte/Sozialkunde. Von JTG-Seite aus betreuen das Projekt Fachbetreuer OStR Wolfgang Sättler und der Stellvertretende Schulleiter StD Markus Sabinsky. Unterstützt wird die Projektgruppe von Herrn Roman Schaffner, zuständig bei der Stadt Straubing für die Patenschaften für Demokratie im Sozialen Rathaus, sowie von Iwona Roszkowski als bewährter Dolmetscherin. Mit im Boot ist natürlich auch wieder Professor Czejarek, der mit seinen zahlreichen hilfreichen Kontakten im Hintergrund vermittelnd die Fäden in der Hand hält.
Nach der überaus erfolgreichen ersten Demokratiekonferenz an unserem Gymnasium sind wir sehr froh, dass nun wieder die Möglichkeit besteht, gemeinsam mit unserer neuen Partnerschule in Warschau eine solch spannende Veranstaltung im Ausland zu realisieren. Wir hoffen, dass diese Form des politischen Dialogs junger Menschen über Ländergrenzen hinweg sich als gute Tradition unserer beiden Bildungseinrichtungen etablieren wird. Europa sieht sich unruhigen Zeiten gegenüber, extreme Strömungen gewinnen rasch an Zulauf – der beste Schutz besteht darin, unsere Schüler zu Menschen heranzubilden, die demokratische Werte verinnerlicht und sich die Achtung vor anderen Kulturen zum Maßstab gemacht haben. Die mit dem Projekt verbundene „Öffnung von Schule nach außen“ hin zu einem öffentlichen Wertediskurs und der lebendige Austausch der Jugendlichen über ihre Zukunftschancen in einem vereinten Europa (aber auch über mögliche Gefährdungen) stellt eine willkommene Ergänzung zum Fachunterricht in Sozialkunde dar und leistet einen wertvollen Beitrag zur praktischen Demokratieerziehung.
Markus Sabinsky
Stellvertretender Schulleiter