Portrait JTG

von Donau TV

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Schulbroschüre

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Termine

09.07.2018

Sommerkonzert

10.07.18 - 12.07.18

Probentage US-Theater

12.07.2018

14:30 - 16:00 Begegnungsnachmittag neue Fünftklässler

19:00 Unterstufen-Theater

16.07.18 - 20.07.18

Betriebs-/Sozialpraktika (10. Jgst.)

20.07.2018

Dies Latinus - 6. Klassen

20.07.18 - 25.07.18

Tönning-Fahrt (7. Jgst.)

26.07.2018

Mannschaftsspieletag

27.07.2018

Ausgabe der Jahreszeugnisse u. Zeugnisse über AA 11/2

 

Natur & Umwelt machen Schule

logoumweltschule

MINT-freundliche Schule

Mint Symbol

JTG-Schüler glänzt bei Chemie-Olympiade

Wie bist du auf die Chemieolympiade aufmerksam geworden?
An der Chemieolympiade habe ich schon in den USA teilgenommen. Ich war während der 10. Klasse, das war vor zwei Jahren - ich bin jetzt in der 12. - für 1 Jahr mit der Austauschorganisation Youth for Understanding (YFU, sehr empfehlenswert), für die ich zur Zeit ehrenamtlich sehr aktiv bin, in Michigan. Dort ist die Chemieolympiade ziemlich groß. Da haben wir in unserer Stadt mit knapp 100. 000 Einwohnern etwa 100 Teilnehmer in diesem Jahr gehabt und da hab ich halt mitgemacht weil ich mir dachte, das wäre was für mich. Ich hatte Chemie dort in der Schule gewählt - als sogenanntes AP (Advanced Placement) Chemistry, d.h. als einjähriger Kurs mit Prüfungen am Ende, in dem man den Stoff der ersten 2 Semester Universität durchmacht - und daher hab ich mir einfach mal gedacht, ich könnte mal teilnehmen und es mal versuchen. Gesagt, getan – Ich habe mich dann als 10.Klässler unter zahlreichen Juniors und Seniors (11th und 12th graders) sehr gut platziert. Allerdings konnte ich dann leider nicht in die nächste Runde vorrücken, weil ich kein amerikanischer Staatsbürger bin. Das hat mich aber auf jeden Fall motiviert, dann dieses Jahr wieder teilzunehmen.


Woher kommt deine Begeisterung für die Chemie?
Ich habe schon seit dem Beginn meiner Zeit am JTG die Naturwissenschaften genossen, zuerst Natur und Technik und dann entsprechend die einzelnen Fächer selbst. Meine Liebe für die Chemie kam dann erst etwa zu Beginn der neunten Klasse auf, als ich angefangen habe, mir im Drogeriemarkt um die Ecke ein paar spannende Stoffe zum eigenständigen rumprobieren zusammenzusuchen. Chemie ist nun mal nicht nur trockenes Auswendiglernen unnötiger, nicht weiter im Leben wichtiger
Fakten – wie es leider viele Leute zu glauben scheinen – sondern eine sehr praktische, realitätsnahe Wissenschaft. Wenn man einmal anfängt, sich damit auseinanderzusetzen, was sich denn eigentlich alles für tolle Sachen hinter den langen Namen auf den Verpackungen der alltäglichsten Waren verstecken, merkt man erst, wie nützlich, wichtig, aber auch aufregend die Chemie sein kann. Ich bin aber in meinem Interesse nicht auf eine Disziplin beschränkt, ich bin auch ein großer Fan der Physik und Mathematik, die mit der Chemie Hand in Hand gehen.

 

Wie läuft die Chemieolympiade ab? Wie ist die Aufgabenstellung?
Die Chemieolympiade besteht letztendlich aus vier Runden und dann der internationalen Olympiade. An der ersten Runde kann jeder teilnehmen und man bearbeitet Aufgaben in Heimarbeit. Die Aufgaben beziehen sich eigentlich nur auf den normalen Schulstoff und sind auch nicht allzu anspruchsvoll. Man braucht hier auch nur 50 Prozent richtig zu haben um weiter rücken zu können. Die erste Runde wird vom Lehrer korrigiert und die Ergebnisse weitergeleitet, am JTG kann man sich an Herrn Ederer oder den eigenen Chemielehrer wenden. Zeitlich kann man übrigens ab etwa Juni die Aufgaben der ersten Runde bearbeiten. Am besten, man googelt einfach das Stichwort „Chemieolympiade". In der zweiten Runde sind die Aufgaben am anspruchsvollsten von allen: In dieser Runde bearbeitet man wieder Aufgaben in Heimarbeit und muss dann eben diese Aufgaben nach Kiel zur Korrektur senden. Die Aufgaben sind anspruchsvoll, die Benutzung von Hilfsmitteln wie Lehrbüchern ist aber zugelassen.

 

Wie sieht eine solche typische Aufgabenstellung z.B. in der zweiten Runde aus?
Also die zweite Runde... Da erinnere ich mich eigentlich relativ gut an eine Aufgabe, das war die mit der organischen Chemie und da ging es um die Synthese eines Naturstoffs aus Acetylaceton. Man hatte in dieser Aufgabe einen Ausgangsstoff gegeben, es wurde gezeigt, was man dann für Stoffe dazugibt. Die Aufgabe bestand darin, die ganze Reaktion mechanistisch zu durchdenken und die Zwischenschritte zu klären. Und das ging tatsächlich weit über die klassische Schulchemie hinaus. Um ein Beispiel zu geben, einer der Schritte war, die Überführung des 1,3 Diketons in die kinetische Enolatform - durch Behandlung von Lithiumdisopropylamid bei Trockeneistemperatur – mit anschließender Wohl-Ziegler-Reaktion und dann einer Art Williamson-Ethersynthese für den Ringschluss, das war natürlich dann eine hochinterresante Reaktion.
Weiter geht es mit der dritten Runde: In dieser kommen dann die besten 60 aus Deutschland, das heißt die, welche die höchsten Punktzahlen im zweiten Durchgang erzielt haben. In diese Runde kamen nur vier Leute aus Bayern, ich war einer von Ihnen. Hier gibt es ein einwöchiges Auswahlseminar. Dort schreibt man zwei Klausuren á 5 Stunden auch mit Aufgaben aus allen Bereichen der Chemie – natürlich ausgestattet mit nichts als einer kleinen Formelsammlung und einem Periodensystem. Letztendlich kommen die besten 15 Teilnehmer dieser Klausuren weiter in die vierte Runde. Ich bin auch hier dabei und konnte es auch schaffen, in dieser Klausur deutschlandweit in die Top 5 zu kommen. Zur vierten Runde, die im Juni stattfinden wird, werde ich für eine weitere Woche nach Kiel fliegen dürfen.

 

Wurdest du denn schon für deine Leistungen prämiert?
Also Preise im Sinne von Preisgeld gab es noch nicht, allerdings habe ich viele tolle Erlebnisse mitnehmen können, so waren wir in der dritten Runde beispielsweise in Göttingen auch recht viel unterwegs, wir haben das Max-Planck Institut besucht und dort die Labore gesehen und haben dort selber mit fluoreszierenden Proteinen arbeiten können. Die vielen Gerätschaften sind an sich sehr teuer und vor allem auch sehr exotisch, wie zum Beispiel ein flüssigheliumgekühlter Pt-195-NMR-Spektrograph im Wert von mehreren Millionen Euro. Dann gab es auch noch für die 20 Besten Bayern ein Landesseminar in Trostberg, wo uns die Industrie - um genau zu sein die Firma AlzChem AG, zusammen mit der BASF – eingeladen hat, die Chemie in der Wirtschaft etwas kennenzulernen. Dank ihres großzügigen Sponsoring konnten wir uns öfter mal ein Dinner in einem ziemlich guten Restaurant gönnen - inklusive Antipasti und Fischfilet. Die Kosten für die Anreise und Unterkunft, sowie Verpflegung und so weiter werden da natürlich, wie auf allen Seminaren, erstattet. Wir konnten außerdem eine Carbidfabrik besichtigen und einen ganzen Tag lang im Labor der AlzChem selber rumkochen und die Werke und Zentren der BASF besichtigen. Man darf natürlich auch den Gemeinschaftssinn nicht vergessen, denn man lernt da sehr viele neue Leute kennen, die dein Interesse für die Chemie teilen und mit denen man sich austauschen kann. Da findet man Gleichgesinnte, die sonst nicht so einfach zu finden sind.

 

Wie haben deine Chemielehrer bzw. deine Mitschüler auf deine Teilnahme reagiert?
Mein Chemielehrer, Herr Kronfeldner, ist da unterstützend und froh, genauso wie auch alle anderen Lehrer, denen ich von meinem Erfolg erzählt habe. Übrigens möchte ich an dieser Stelle Herrn Kronfeldner für die Korrektur der ersten Runde danken, sowie auch Herrn Ederer, der das nötige Vorwissen für die Teilnahmebedingungen und Abläufe mitgebracht hat. Meine Mitschüler haben auch durchwegs positiv darauf reagiert, vor allem auch, weil die IChO doch so ein großer,
Wettbewerb mit einer Vielzahl von Teilnehmern aus ganz Deutschland ist und es da natürlich schon relativ gut ist, wenn man weit kommt.

 

Hast du noch irgendwelche abschließenden Worte?

Abschließend möchte ich noch jedem, der das hier liest, empfehlen, an dieser Art von Wettbewerb teilzunehmen. Es gibt neben der IChO auch andere Olympiaden wie die Physik-, Mathe- oder Biologieolympiaden. Es gibt auch ähnliche Wettbewerbe für die anderen Fächergruppen. Es ist auf jeden Fall eine tolle Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen, neue Erfahrungen zu machen, sich weiterzuentwickeln oder einfach zu sehen, wie gut einem ein Fach denn als Studienfach oder Berufsrichtung gefallen würde.

 

Das Interview führte: Luca Ponzio, 10c