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Schulbroschüre

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Termine

04.11.19 - 15.11.19

Wettbewerb Informatik-Biber

05.11.2019

Berufsinformationsabend für 10. Jgst. und Q11

18.00 - 20.00 Uhr

06.11.2019

17:00 - 19:30 Uhr:

1. Elternsprechtag 5.-7. Jgst.

12.11.2019

Vorlesewettbewerb 6. Jgst.
1. Std.: 6abd
2. Std.: 6ce

15.11.2019 

Bundesweiter Vorlesetag

21.11.2019

17:00 - 19:30 Uhr:

1. Elternsprechtag 8.-12. Jgst.

01.12.19 - 06.12.19

Skilager - 6. Jgst.
Gruppe I: 6abc

08.12.19 - 13.12.19

Skilager - 6. Jgst.
Gruppe II: 6de

09.12.2019

13:15 - 16:00 Uhr: Bewerbungsseminar Q11 im Rahmen der StuB, AOK/Sparkasse

19:00 Uhr: Elternabend 10. Jgst. - Oberstufeninformation
anschl. Klassenelternabend

13.12.2019

09:00 - 12:30 Uhr: 4. Demokratiekonferenz

17.12.2019

19:00 Uhr: Weihnachtskonzert

09.01.2020

07:55 - 12:45 Uhr: DRUG STOP-Präventionsveranstaltung 9ab

14.01.2020

Schulinterner Jgst.test Deutsch 6. Klassen
2./3. Std.

Den Wert des Lebens spürbar machen

 

Gruppe 001Frühmorgens mit dem Bus unternahm eine kleine Gruppe von P-Seminaristen des Turmair-Gymnasiums, gesponsert vom Bundesprogramm „Demokratie leben!“, die Exkursion ins knapp 200 Kilometer entfernte oberösterreichische Hartheim – ein Schloss auf dem Land idyllisch zwischen Wels und Linz gelegen, das aber den Nationalsozialisten seit 1940 einem furchtbaren Zweck diente: Dort wurden, vor allem im Rahmen der sogenannten „Aktion T4“, zehntausende von Menschen mit geistiger und körperlicher Behinderung systematisch umgebracht. Auch Straubinger sind unter den Opfern des zentral geplanten Mordvorhabens. Sie wurden zuerst aus der kirchlichen Einrichtung der Barmherzigen Brüder ins Regensburger Bezirksklinikum verlegt und wenig später mit den berüchtigten „grauen Bussen“ nach Hartheim gebracht, wo sie, nach der perversen Logik der nationalsozialistischen Ideologie zu „lebensunwertem Leben“ erklärt, sofort vergast wurden. Ob der Schrecken dieser Vernichtungsstätte wohl von der Besucherin oder dem Besucher unserer Gegenwart nachempfunden werden, für sie erfahrbar gemacht werden kann?
Die Mannschaft des Erinnerungs- und Lernortes Schloss Hartheim gab sich jede Mühe, den Jugendlichen aus Niederbayern nahezubringen, was sich an diesem Ort an Unfassbarem abgespielt hat. Der Vormittag diente der Erforschung zweier typischer Lebensläufe von Opfern der Tötungsanstalt, wo neben Menschen mit Behinderung auch arbeitsunfähige Häftlinge aus Konzentrationslagern wie Mauthausen und Dachau ermordet wurden. So lernten die JTG-Schüler einen jungen Polen kennen, der als Teil der „Intelligenz“ zur Zwangsarbeit ins Deutsche Reich verschleppt wurde und zwei KZ-Anstalten überlebte, ehe er in Mauthausen so schwer erkrankte, dass man ihn nach Hartheim deportierte. Gleichermaßen nah ging das Schicksal eines niederbayerischen Bauernsohnes, der, selbst siebenfacher Vater, jedoch traumatisiert vom Einsatz im Ersten Weltkrieg, nach dem frühen Tod seiner Ehefrau völlig den seelischen Halt verlor und, von Depression und Apathie geplagt, immer mehr dem Leben abhanden kam. Auch er starb als ehemaliger Pflegling der Barmherzigen Brüder Straubing schließlich in der Gaskammer der Anstalt Hartheim – für die Nationalsozialisten in ihrer Menschenverachtung der „Gnadentod“.
Bevor aber die Straubinger Schülerinnen und Schüler diesen Ort des Schreckens selbst ansehen konnten, zeigte ihnen eine hervorragend konzipierte Ausstellung im ersten Geschoss der Gedenkstätte, aus welchen Denktraditionen sich das mörderische Programm der Nazis speiste – von der kalten, blind fortschrittsoptimistischen Rationalität der aufgeklärten Medizin über die seit der Zeit der Industrialisierung kursierenden Ideale von „Sozialhygiene“ bis zu den eugenischen Theorien des noch jungen 20. Jahrhunderts, die bereits direkt in die Verbrechensgeschichte des Nazi-Regimes münden, aber weit über die Grenzen Deutschlands hinaus, auch in der westlichen Welt verbreitet waren. In Hartheim kann man sich ansehen, wohin der Plan, eine „bessere Gesellschaft“ zu erschaffen, die Menschen geführt hat – indem sie die Auffassung propagierten, in dieser Gesellschaft sei nicht für jeden Platz.