Portrait JTG

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Übertritt 2019

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Natur & Umwelt machen Schule

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MINT-freundliche Schule

Mint Symbol

Schulbroschüre

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Termine

22.03.19

14:00 - 17:00 Uhr, TAG DER OFFENEN TÜR

11.03.19 - 12.03.19

Probentage Orchester-Percussion

12.03.2019

07:30 - 14:00 Ndby. Basketballturnier der Förderzentren f. geist. Entwicklung

08:40 - 12:00 Vortrag: Schrecklich schönes Afrika (8. Kl.)

14.03.2019

Info-Abend für Eltern: USA-Austausch (8- Klasse)

15.03.2019

08:00 - 09:30 Autorenlesung Thomas Feibel

19.03.2019

07:55 - 10:10 Figurentheater: Klasse 5e

20.03.2019

09:25 - 12:00 Figurentheater: Klasse 5d

21.03.2019

Känguru-Wettbewerb der Mathematik

Figurentheater: Klasse 5c

27.03.2019

17:30 Infoabend: Internetsicherheit

28.03.2019

Girls' and Boys' - Day

01.04.2019

19:00 - 21:00 3. Sitzung des Elternbeirats

01.04.19 - 03.04.19

Probentage Chor/Unterst.theater

03.04.2019

07:30 - 13:00  TANZFEST

19:00 - 20:00 Vorsicht Gedichte!
Aufführung Chor/US-Theater

04.04.2019

08:00 - 16:00 RLFB - Mentoren für Hochbegabte

06.04.19 - 12.04.19

Frankreich-Austausch: Fahrt nach Voiron

10.04.2019

11:15 - 12:15 Q11: VOCATIUM-Vorstellung

16:30 - 19:30 2. allg. Elternsprechtag (Klassen 5-12)

11.04.2019

Anti-Mobbing-Training, Klasse 6a

12.04.2019

Anti-Mobbing-Training, Klasse 6b

12.04.19 - 14.04.19

Bayernpokal Volleyball 2019

30.04.2019

PANGEA-Mathematikwettbewerb

 

Römische Regenwürmer und griechische Götter

 

Computer, Video und Labor – mit derartigen Segnungen der Neuzeit kann das Turmair auch als Traditionsgymnasium selbstverständlich aufwarten. Dass diese drei Begriffe aus der Antike stammen, erschloss sich letzten Donnerstag Grundschülern auf anschauliche und kindgerechte Weise. Das Turmair-Gymnasium hatte nämlich zu einem Abend unter dem Motto „Lebendige Antike“ eingeladen. Weit über hundert interessierte Viertklässler waren mit ihren Eltern gekommen, um sich einen ersten Eindruck über das Fach Latein insbesondere als Eingangssprache des Gymnasiums zu verschaffen.
Die Kinder gingen in einer lateinischen „Schnupperstunde“ mit Schulleiterin Andrea Kammerer Fremdwörtern auf den Grund und erschlossen ihre ersten lateinischen Sätze. Beim Mini-Music-Projekt sangen sie zusammen mit Musiklehrer Thomas Knapek – natürlich auf Lateinisch! – unter Begleitung von Percussion-Instrumenten über einen besonders regsamen Regenwurm. Die Erwachsenen lauschten dem Vortrag des renommierten Fachdidaktikers und Lehrbuchautors Clement Utz, welchen Fachbetreuer Albert Jungtäubl bereits zum wiederholten Male als Referenten gewinnen konnte.
Selbst wenn man am Turmair mittlerweile auch mit Englisch anfangen kann, plädierte Utz – „wenn schon, denn schon“ – für Latein als erste Fremdsprache: Das zehnjährige Kind sei verblüfft von der alltäglichen Präsenz des Lateinischen, das nicht nur in vertrauten Kosmetikprodukten wie „Nivea“ und „Penatencreme“ steckt, sondern auch Fußball-Reporter im Munde führen, wenn sie die „defensive“ Spielweise als wenig „effizient“ kritisieren. Fasziniert von der fernen Welt der Antike frage sich gerade der Fünftklässler: Was haben die Römer gegessen, gespielt, gebaut? Hatten sie wirklich Affen und sprechende Raben als Haustiere? Moderne Lateinbücher wie das am JTG verwendete „Campus“ bieten hier reichliches Anschauungsmaterial und die Kinder werden dort abgeholt, wo sie stehen. In behutsamer Progression erfahren sie sodann Latein als sprachliches, historisches, literarisches und philosophisches Fach, welches, so Utz‘ erste seiner sieben Thesen zum Fach Latein, wertvolle „Grundlagen – für alles Mögliche“ lege, etwa für den Erwerb weiterer Fremdsprachen und auch für die Methodik des Lernens an sich. Sodann schaffe Latein durch seine Andersartigkeit Distanz, welche zum Vergleichen und Hinterfragen der eigenen Position anrege – eine zentrale Kompetenz gerade im heutigen Zeitalter der Informationsfülle. Daher bringe dieses Fach „Chancen – über Latein hinaus“: Firmen bevorzugen häufig, so Utz, für das gehobene Management im Ausland ehemalige „Lateiner“, da diese sich erfahrungsgemäß besonders gut in neue Kulturen und fremde Mentalitäten hineindenken können. Eine Untersuchung der Universität Köln habe außerdem gezeigt, dass Altsprachler komplexe Texte aus allen Bereichen – ob Literatur, Medizin oder Rechtswissenschaft – besser erfassen als Vergleichspersonen ohne Lateinkenntnisse. Latein lehre zudem problemlösendes und kombinatorisches Denken, wie dies etwa auch in der modernen Informationstechnologie gefragt sei: Denn die „Denkoperationen zur Analyse lateinischer Sätze sind die gleichen wie beim Erstellen komplexer Computerprogramme“. Aufgrund seiner logischen Struktur sei Latein – „systematisch wie ein Baukasten“ –nicht nur eine hervorragende Denkschule, sondern auch sehr verlässlich. Dies komme gerade jüngeren Schülern sehr entgegen, die genau wissen wollen, woran sie sind. Dass sich Latein als nicht mehr gesprochene Sprache auch nicht mehr weiterentwickelt, stelle lerntechnisch ebenfalls einen Vorteil dar: Mit einer Basis von nur 1250 Vokabeln könne man, wie eine computergestützte Untersuchung aller relevanten Schulautoren gezeigt habe, nahezu 85% der wichtigsten lateinischen Texte verstehen. Ökonomisches Vokabellernen sei damit im zeitgemäßen Lateinunterricht garantiert. Und viele dieser Wörter leben weiter in Fachbegriffen und modernen Fremdsprachen. Was die meisten nicht wissen: Auch anspruchsvolleres Englisch besteht zu 80% aus ursprünglich lateinischem Vokabular.
Wahrlich zum Leben erweckt hatten die Antike im zweiten Teil des Abends die bereits routinierten Turmair-Lateiner der sechsten Klassen. „Die Götterolympiade“ heißt das Musical, das sie unter Leitung ihrer Musiklehrerin Susanne Schlögl in der berstend vollen Aula den Viertklässlern und ihren Eltern darboten: „Warum sind wir, wie wir sind?“ – ein selbst für griechische Götter schier unlösbares Rätsel, das der „Chor der Menschen“ im Eingangslied intoniert. Und so treten die bekanntesten Olympier in einen ehrgeizigen Wettstreit, wer von ihnen den Menschen am meisten zu bieten habe: Ist es die weise Athene (Isabella Martini), die selbstverliebte Aphrodite (Leonie Fischbäck), der Kriegsgott Ares (Paul Schötz) mit seinem Motto „Kämpfen, Schlagen, Töten“ oder doch „der Partyheld“ Dionysos (Jonas Pummer), der alle unter den Tisch trinkt? Welche Chancen haben Apoll (Anna-Sophia Haban) und die Musen mit ihrer Kunst, die sich „nicht auf das Hier und Jetzt beschränkt“? Doch egal, was Franziska Singer als cool rappender Götterbote Hermes in Flügelschuhen – „voll, fett, krass!“ – vom Einfluss seiner göttlichen Halbgeschwister auf die Menschen zu berichten weiß: Keiner kann mit nur seinen Fähigkeiten überzeugen – das Ganze ist eben doch mehr als die Summe seiner Teile, wie bereits der gute alte Aristoteles wusste. Und plötzlich erhält das Stück eine philosophische Dimension. Die Götter- und Menschenkinder müssen einsehen: Als Schönheit kann man auch klug sein – und gut drauf noch dazu! Erst die bunte Mischung aller Talente macht das Leben lebenswert und den Menschen in Gemeinschaft zum Sieger der symbolträchtigen Olympiade. „Darum sind wir, wie wir sind“, singt der Chor folgerichtig zum Abschluss. Lang anhaltender Applaus zeugte von großer Bewunderung für die künstlerische Leistung der Sechstklässler, die teilweise enorme Textmengen zu bewältigen hatten.

 

 

k Goetterolympiade 1 k Latein Schnuperstunde 1 k Perkussion

Götterbote Hermes (Franziska Singer) beobachtet besorgt das Treiben der Menschen unter dem Einfluss des Kriegsgottes Ares (Paul Schötz)

 Latein-Schnupperstunde mit JTG-Schulleiterin Andrea Kammerer  Mini-Music-Projekt mit Musiklehrer Thomas Knapek