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Schulbroschüre

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Termine

16.07.2021

Verabschiedung Absolvia

29.07.2021

Zeugnisvergabe

 

 

Wertschätzung und Respekt in der Politik – Trotz Wahlkampf

 

image3Mit einem lässigen und coronakonformen Ellenbogen-Check begrüßten sich am Mittwochmorgen Erhard Grundl, Abgeordneter der Grünen im Deutschen Bundestag und Josef Zellmeier, Abgeordneter der CSU im Bayrischen Landtag. Auch wenn bei der Einführung durch die Schulleitung das Wort „Lüftungsgeräte“ fiel, drehten sich die Themen, die uns Schüler am meisten interessierten, nicht nur um Corona: Von der Frage des bedingungslosen Grundeinkommens bis hin zu Liberalisierungen in der Drogenpolitik waren zahlreiche Diskussionsthemen angeschnitten worden. Da die Bundestagswahl im September für mich, aber auch für einige meiner Schulfreunde, die erste Wahl sein wird, wächst das Interesse an politischen Themen, vor allem unsere Region betreffend, immer mehr. Besonders präsent zeigten sich demnach Fragen zur Umweltpolitik: Wie steht es um das Ziel der Grünen, bis 2030 emissionsfrei zu fahren? Und welche Änderungen müssten im ÖPNV in unserer Region vorgenommen werden, um z.B. Zugfahren attraktiver zu machen? Von Seiten des Vertreters der Grünen fiel hier häufig das Wort „Ehrlichkeit“: Diese sei notwendig, um Veränderungen mitzugestalten. Um den Klimawandel zu verlangsamen und hierfür sozialverträgliche Lösungen zu finden, bräuchte es die ganze umdenkende Gesellschaft, und nicht nur den Anteil der grünen Wähler. Für Herrn Zellmeier stand die Innovation und Zulassung von neuen Technologien im Vordergrund, da die Hybrid- und Elektrowende als Zwischenlösung eher fraglich sei, aber dennoch ein großer politischer Druck auf die Automobilindustrie ausgeübt wird. Im Bezug auf den Ausbau des ÖPNV verwies Erhard Grundl auf eine aktuelle Schlagzeile: „Niederbayerische Grüne schlagen S-Bahn vor“. Verkehrsträger müssten gleichberechtigter werden, da sowohl in der Stadt als auch auf dem Land gleiche Lebensbedingungen herrschen sollten. Herr Zellmeier betonte in diesem Zusammenhang die enormen Kosten und Defizite einer Zugverbindung, da in Bayern beispielsweise zwei Drittel der Haushalte nicht an Bahnlinien liegen und somit auf das Auto ausweichen müssen. Viele Bahnstrecken seien zudem voll ausgelastet, weshalb sich eine Änderung des Fahrplans in der Umsetzung als sehr schwierig erweist. Im Hinblick auf die Bundestagswahl stellte sich außerdem die Frage, wie sich junge Menschen besser in der Politik engagieren können: Neben Landjugend, grüner Jugend und dem Engagement bei Fridays for Future werden junge Politiker mit offenen Armen empfangen und sorgen für einen niedrigeren Altersdurchschnitt. Kompromissbereitschaft ist an dieser Stelle ein Stichwort: Die Ungeduld der jungen Menschen sorgt natürlich zum einen für den notwendigen Tatendrang, muss aber auch oft eingeschränkt werden, um mit anderen Parteien zu kooperieren. Eine Herausforderung sei außerdem die Festlegung auf eine Partei, da mittlerweile so viele Meinungen und Koalitionen in der Politik mitmischen, so Erhard Grundl. Ebenso wurden Zukunftsängste zwar ehrlich, aber auch behutsam beantwortet: Die Spaltung der Gesellschaft durch Probleme wie Generationengerechtigkeit und Bildungsgerechtigkeit werden ein immer gegenwärtiges Problem darstellen, dem es jedoch gilt in kleinen Schritten entgegenzugehen. Dem großen Lebensziel vieler, eines Tages ein nettes Haus inmitten einer idyllischen Gegend mit kleinem Garten zu besitzen, stehen die Grünen im Übrigen nicht abgeneigt gegenüber: Zu dem Ziel, in Ballungsräumen flächensparend zu bauen, sehen sowohl CSU als auch die Grünen Geschosshäuser als eine zukunftsfähigere Lösung. Während die Diskussion über das „verbotene Einfamilienhaus“ für politische Gegner eine perfekte Vorlage bietet, steht für die Grünen der Ausschluss dieser Bauart außer Frage, denn ein Wunsch der allgemeinen Bevölkerung kann nicht einfach beiseite geschoben werden.

Genauso freundschaftlich und lässig wie die Begrüßung zu Beginn der Veranstaltung ablief, endete sie auch. Obwohl sich verschiedene Meinungen und Unterschiede in den Antworten herauskristallisierten, war der gemeinsame Umgang trotz Wahlkampf respektvoll und hat nicht nur zu unserer Meinungsbildung beigetragen, sondern auch Hoffnung auf eine kompromissbereite Koalition gemacht.

Leonie Stoffels, Q11