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Schulbroschüre

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Termine

21.06.19 - 05.07.19

Gegenbesuch USA-Austausch

25.06.2019

Schulinterner Jgst-Test Mathematik - 10. Klassen

26.06.19 - 27.06.19

Probentage Big Band-Chor

28.06.2019

Entlassfeier ABSOLVIA 2019

01.07.2019

Schulinterner Jgst-Test Mathematik - 8. Klassen

Opernfahrt des EBR

02.07.2019

2. zentraler Jgst.test E10

03.07.2019

SCHULFEST

04.07.2019

Aufführung Oberstufentheater

05.07.2019

Aufführung Oberstufentheater, 2. Termin

 

 

 

Barrierefreiheit – auch in den Köpfen

 

k-IFH 19.11.12 (1)Jedem von uns ist es schon mindestens einmal so ergangen: Man begegnet einem Menschen, der „anders" ist als man selbst – vielleicht, weil er im Rollstuhl sitzt, eine andere Herkunft oder Hautfarbe hat, sich in Gebärdensprache verständigt oder einfach eine unterschiedliche Einstellung zum Leben vertritt. Und auf einmal schleicht sich ein Gefühl von Unsicherheit, ja von Unbehagen ein: Wie verhalte ich mich jetzt am besten? Was erwartet der andere von mir? Wie überwinde ich die Schranken, die eigentlich doch nur reine „Kopfsache" sind?

 

Einen wichtigen Schritt in Richtung „Barrierefreiheit in den Köpfen" machte am vergangenen Montag eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern des Wahlkurses „EngageMensch" am Johannes-Turmair-Gymnasium, die – mittlerweile in bewährter Tradition – wieder zu Gast am Straubinger Institut für Hörgeschädigte sein durften. Im Mittelpunkt des Besuches standen Information und Begegnung. Beide Bildungseinrichtungen wollen auf diesem Weg ernst machen mit dem derzeit so viel diskutierten Schlagwort „Inklusion", welches neben der wünschenswerten Integration behinderter Menschen in die Gesellschaft auch und gerade die Sensibilisierung von Menschen ohne Handicap für die Beschäftigung mit dieser Thematik zum Ziel hat.
k-IFH 19.11.12 (2)Die 25 Gymnasiasten, die sich zusammen mit ihrem Lehrer OStR Markus Sabinsky im Rahmen mehrerer theoretischer und praktischer Einheiten inner- und außerhalb des Klassenzimmers auf ein einwöchiges Sozialpraktikum in verschiedenen Institutionen der Region (Kindergärten, Seniorenheime, Behinderteneinrichtungen, Sozialverbände, Kliniken usw.) vorbereiten, wurden nach einem herzlichen Willkommen von der Lehrerin und Mitarbeiterin des Mobilen Sonderpädagogischen Dienstes, StRin FS Elisabeth Goetz, zunächst mit der Struktur der Förderinstitution vertraut gemacht. Im Anschluss daran folgte ein kurzer interaktiver Vortrag zu Formenkreis und Problematik von Fehlhörigkeit sowie zu Möglichkeiten der Unterstützung durch Hörhilfen. Immer wieder waren dabei auch die Gäste gefragt, ihre Vorkenntnisse einzubringen: Mittels einer „Körperskulptur" etwa wurde der Weg des Schalls über die einzelnen Teile des Hörapparats nachgestaltet, was zunächst gar nicht so leicht fiel. In Gruppenarbeit erarbeiteten die Turmair-Schüler unter Anleitung von Frau Goetz darüber hinaus Schwierigkeiten im Miteinander von Guthörenden und Schwerhörigen, wichtige Faktoren gelingender Kommunikation sowie notwendige kompensatorische Fähigkeiten Schwerhöriger beim Zusammenleben in einer „hörenden Welt". k-IFH 19.11.12 (4)Ganz konkret und „leibhaftig" konnten sie schließlich – jeder zweite ausgestattet mit schallisolierten Kopfhörern und Ohrstöpseln – erfahren, was es bedeuten kann, wenn man als schwerhöriges oder gar gehörloses Kind am Unterricht teilnimmt. Als gleichzeitig zwei Texte aus einem Kinderbuch vorgelesen wurden, verstanden die meisten so in ihrer Hörqualität Eingeschränkten nur einen einzigen „Sprachsalat". Und sogar den „Hörenden" der Gruppe fiel es schwer, sich auch auf nur eine der Geschichten zu konzentrieren und dabei Kerninformationen zu erfassen.


Den Abschluss und Höhepunkt der Veranstaltung bildete die Besichtigung eines in Ausstattung und Bau (mit Mikrofonen, optischen Signalen und speziellen, die Akkustik unterstützenden Raumgestaltungsmaßnahmen) eigens auf die Bedürfnisse von Schwerhörigen angepassten Klassenzimmers sowie eine kurze Begegnung mit Schülerinnen und Schülern einer 2. Klasse des Instituts mit ihrer Klassenleiterin StRin FS Barbara Stark, wo die „Großen" den „Kleinen" Fragen zu ihren Höranlagen und zum Arbeiten in der Klasse stellen durften und die Zweitklässler ihre Gäste mit einem fröhlichen, mit Gebärden unterlegten „Draculalied" erfreuten.

 

k-IFH 19.11.12 (5)Diese erste Fühlungnahme stellt die Vorbereitung von zwei konkreten erlebnispädagogischen Maßnahmen der beiden Schulen im kommenden Frühjahr und Sommer dar: Gemeinsam werden sich Gleichaltrige mit und ohne Höreinschränkung dann bei der Bewältigung eines Erlebnisparcours mit vielen interaktiven Herausforderungen und kommunikativen Spielen erproben, die die unterschiedlichen Stärken der jeweils „Anderen" ins Bewusstsein treten lassen und noch existierende Schranken in den Köpfen auf beiden Seiten einreißen helfen sollen.

 

OStR Markus Sabinsky