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MINT-freundliche Schule

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Schulbroschüre

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Termine

01.10.19 - 05.10.19

Begegnungsprojekt: Dt.-poln. Freundschaft

02.10.2019

Landeswettbewerb Alte Sprachen 2018/20

03.10.19 - 18.10.19

Austausch USA (Decatur High School)

07.10.19 - 13.10.19

Pragaustausch - Gegenbesuch

10.10.19 - 11.10.19

SMV-Seminar

15.10.19 - 23.10.19

Irland-Austausch (Tuam)

15.10.2019

"35 Tage Öko-Challenge"

14.10.19 - 18.10.19

Woche der Gesundheit und Nachhaltigkeit

22.10.2019

Elternabende 7., 8. und 9. Jgst

18:15: EA (7: Tönning, Sm/8: Vorstellung Austauschprogramm, Ka/9: Präventionsarbeit, Mg)
19:00 Klassenelternabende

25.10.2019

OB Markus Pannermayr: Pausenverkauf
Einlösung seiner Wette vom SR-Stadtradln
10:30 Pressekonferenz in der Mensa

04.11.19 - 15.11.19

Wettbewerb Informatik-Biber

06.11.2019

17:00 - 19:30: 1. Elternsprechtag 5.-7. Jgst

12.11.2019

Vorlesewettbewerb 6. Jgst.
1. Std.: 6abd
2. Std. 6ce

„Das Unsichtbare sichtbar machen“

k-Kunstprojekt JTG-PBS 17.12 (1)Kurz vor den Weihnachtsferien nahmen 22 Schülerinnen und Schüler vom Wahlkurs „EngageMensch" des Johannes-Turmair-Gymnasiums im Rahmen ihrer Vorbereitung der Sozialpraktika an einem besonderen Projektvormittag teil. Im Mittelpunkt stand auch diesmal wieder der Begegnungs- und Inklusionsgedanke, allerdings um einen weiteren Aspekt angereichert: Unter der Leitung von Prof. Dr. Birgit Eiglsperger vom Institut für Kunsterziehung an der Universität Regensburg, unterstützt von der Trägerin des diesjährigen Straubinger Kulturförderpreises und Absolventin des Lehrstuhls, Christina Kirchinger, wurden die Gymnasiasten zusammen mit 11 Schülern der 5. Klasse der Papst Benedikt Schule für Körperbehinderte dazu angeleitet, miteinander künstlerisch tätig zu werden. Um etwas Farbe und Bewegung in die oft so trüben Wintertage zu bringen, hatte sich die Lehrstuhlinhaberin das Thema „Ungewöhnliche Pflanzen" für die gemeinsame Arbeit ausgedacht. Die „Schule der Phantasie" Straubing stellte dafür großzügig ihre Räumlichkeiten zur Verfügung.
Nach einem kurzen „Beschnuppern" der Schüler beider Einrichtungen, einer Vorstellung der beiden Leiterinnen und der begleitenden Lehrkräfte Markus Sabinsky (JTG) und Elisabeth Scherl (PBS) sowie der Erzieherin Melanie Lehner (PBS) wurden die Teilnehmer in kleine Gruppen eingeteilt. Je zwei JTG'ler und ein Fünftklässler bildeten ein Team; und schon konnte es losgehen.
k-Kunstprojekt JTG-PBS 17.12 (5)Alles beginnt mit einem „Geheimnis": In kleinen verknoteten Säckchen hatte Frau Prof. Eiglsperger verschiedene „pflanzliche Bestandteile" eingepackt, die von den Fünft- und Zehntklässlern zunächst nach ihrer Form und Oberflächenbeschaffenheit erstastet und dann möglichst detailgenau mit Bleistift auf einen weißen Künstlerkarton skizziert werden sollten. Bereits bei dieser vorbereitenden Erarbeitung äußerten vor allem die Kleinen erste Vermutungen über den Inhalt der Säcke und Ideen wurden ausgetauscht: „Spitzpaprika", „Salathörnchen" – diese und ähnliche Begriffe machten die Runde. Das war ganz im Sinne der Kunstdozentin, denn im anschließenden Plenum wurden die einzelnen Skizzen besprochen und es zeigte sich, dass es auch den Gymnasiasten nicht immer leicht fiel, das Ertastete in adäquate Begriffe zu fassen, und so manch schraffiertes „Ufo" und die eine oder andere „Kartoffel mit Haaren" sorgten bei der ganzen Gruppe für Belustigung.
k-Paul Klee-Pflanzen-Erd-LuftreichSchritt zwei des Vormittags wurde eingeleitet mit einem berühmten Zitat des Künstlers Paul Klee, der die Aufgabe von Kunst wie folgt formuliert: „Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar". Genau darum gehe es am heutigen Tag, betonte Frau Prof. Eiglsperger, nämlich das sicht- und greifbar zu machen, was sich „unterhalb der Oberfläche" befindet, was im Verborgenen ist – Emotionen, Kraft, Wünsche und Hoffnungen. Die Gruppe betrachtete hierzu das Werk „Pflanzen-, Erd- und Luftreich" des Künstlers aus dem Jahr 1921 und beschäftigte sich zunächst mit den seltsamen Gewächsen, die Klee hier aus dem Erdboden wuchern lässt. Vor allem die Kleinen waren mit Feuereifer dabei und erkannten Riesenräder, Silvesterraketen, menschliche Figuren, Baseballhandschuhe und vieles mehr in den vielfältigen floralen Gebilden. Einer glaubte sogar Katzengesichter und ein anderer das Haus eines Wichtelmännchens aus dem Bild „herauszulesen". Die Zehntklässler äußerten sich anschließend zu der auffälligen Spiegelstruktur in der Skizze, die aber erst offenbar wurde, als Frau Prof. Eiglsperger die untere Hälfte „enthüllte": Hier nämlich kamen ebenso ungewöhnliche, formen- und strukturenreiche Wurzeln der zuvor beschriebenen Pflanzen zum Vorschein, die das Bild komplettierten und als weitere Gestaltungsanregungen für das nun Folgende dienen konnten.
Jetzt nämlich lautete der Auftrag, selbst Kunst zu schaffen und – ganz im Sinne und nach dem Vorbild Paul Klees – eigene Pflanzen zu kreieren, kurz: dem (noch) Unsichtbaren in Kopf und Herz Gestalt zu geben. Die hierfür vorbereiteten Materialien waren biegsamer Metalldraht, der auf kleinen Holzblöcken montiert wurde, und farbiges Plastilin. So entstanden in nur kurzer Zeit die unterschiedlichsten Pflanzen-„Gerüste". Und ganz „nebenbei" – wie es ja auch der Plan der Organisatoren war – kam man sich näher. Schon bald spielten weder der Altersunterschied von bis zu fünf Jahren noch die unterschiedlichen körperlichen Handicaps eine Rolle. Groß und Klein berieten sich gegenseitig, bestaunten ihre Ergebnisse und hatten viel Spaß bei der Arbeit mit dem ungewohnten und dadurch anregenden Materialien.
k-Kunstprojekt JTG-PBS 17.12 (10)Die fertigen Draht-Gebilde wurden im Plenum stolz präsentiert, besprochen und in ihrem Formenreichtum gewürdigt. Manche Kinder erfanden sogar Namen für ihre Pflanzen: Neue Arten wie „Geldregenlilie" und „Wundertüten-Tulpe" wurden erschaffen. Die beiden „Gestaltungsprofis" gaben den Schülern dabei wertschätzende und hilfreiche Tipps zur „Vervollkommnung" der kleinen Kunstwerke, etwa durch Veränderung der Formensprache, der dynamischen Ausrichtung und dem Ausgreifen ins Dreidimensionale.
In einem letzten Schritt wurden die noch „nackten" Pflanzen dann auf die unterschiedlichste Art mit buntem Plastilin umhüllt, Drahtschlingen wurden zu farbigen Blättern ausgekleidet und Blumenstiele in unterschiedlicher Dicke um weitere farbige Triebe ergänzt. Das Ergebnis konnte sich sehen lassen: Den Arbeitsraum der „Schule der Phantasie" schmückte am Ende des Vormittags ein wahrer Prachtgarten mit 36 neuen und ungewöhnlichen Pflanzen, die in (noch) keinem Botanik-Lehrbuch der Welt zu finden sind.
Wir bedanken uns ganz herzlich für diesen wunderschönen und ebenso kurzweiligen wie lehrreichen Ausflug in die Welt der Kunst sowie für eine weitere Lektion „Lernen am Anderen" – vor allem bei Frau Prof. Dr. Eiglsperger für Ihre Bereitschaft zur Mitwirkung an unserem „Inklusions-Experiment" und die Mühe der Vorbereitungen, bei Frau Kirchinger für ihre tatkräftige Unterstützung und die künstlerische Beratung, bei unseren Kooperationspartnern von der Papst Benedikt Schule sowie beim Team der „Schule der Phantasie" für die Gastfreundschaft. Die zweite Gruppe des Wahlkurs „EngageMensch" freut sich schon auf ein nächstes spannendes Kunstprojekt im Sommer!

 

 

OStR Markus Sabinsky