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Termine

30.05. - 04.06.2022

JTG-Schüler in Prag

24.06.2022

Entlassfeier Absolvia 2022

30.06.2022

Sommerkonzert, ab 19.00 Uhr, Schulgarten

06.07.2022

Dies Latinus (6. Jgst.)

12.07./13.07.2022

Kennenlernstunde der neuen 5. Klassen

13.07.2022

Sommerfest

19.07. - 22.07.2022

Studienfahrten (Q11)

22.07. - 27.07.2022

Tönning-Fahrt (7. Jgst.)

25.07. - 26.07.2022

Teambildungstage I (8. Jgst.)

26.07. - 27.07.2022

Teambildungstage II (8. Jgst.)

Cur? Warum überhaupt Latein

bild1Warum überhaupt Latein lernen?

Das Johannes-Turmair-Gymnasium existiert seit 1631 und ist als Lateinschule gegründet worden. Diese langjährige Tradition lebt bis in die heutige Zeit fort. So lernen auch heute noch alle Schülerinnen und Schüler Latein an unserem Gymnasium.
Warum ist uns dies so wichtig?
Tagtäglich erleben wir im Unterricht, wie interessant es ist, eine fremde, jahrtausendalte Kultur kennenzulernen, zumal man dem römischen Erbe auf Schritt und Tritt begegnet. An Bauwerken aus der Römerzeit finden wir beispielsweise in Rom das Kolosseum oder in unserer Nähe, d.h. in Regensburg, die Porta Praetoria des einstigen Römerlagers. Auch in der deutschen Sprache haben die alten Römer ihre Spuren hinterlassen. Man denke nur an Wörter wie Keller (cella), Fenster (fenestra), Wein (vinum) oder Pforte (porta), die direkt aus dem Lateinischen stammen. Das kulturelle Erbe lässt sich auch an unseren Monatsnamen oder am Rechtssystem erkennen. Wer also Latein lernt, sieht einfach mehr, denn er versteht die Gegenwart von den europäischen Wurzeln her.
Schon das Erlernen der Sprache Latein selbst (unser „Kerngeschäft“) eröffnet neue Horizonte, die besonders in der modernen, international vernetzten Welt von unschätzbarem Wert sind. Inzwischen ist erwiesen, dass Latein die muttersprachliche Kompetenz fördert, unter anderem wegen seiner systematischen Grammatik. Auch die grammatikalische Fachsprache (z.B. Fachbegriffe wie „Subjekt, Prädikat, Objekt, Attribut, Adverbiale“) erlernt und übt man im Lateinunterricht.
Für das Erlernen moderner Fremdsprachen hat Latein geradezu eine Schlüsselfunktion. Denn es gilt als „Mutter“ der romanischen Sprachen, zu denen Italienisch, Französisch und Spanisch gehören. So leiten sich viele Wörter aus dem Lateinischen ab; folgende Beispiele seien genannt:

 

ital.: capire (lat. capere), avvenire (lat. advenire), mettere (lat. mittere)
span.: venir (lat. venire), visita (lat. visitare), condición (lat. condicio)
frz.: dormir (lat. dormire), venir (lat. venire), visiter (lat. visitare)

 

lateinischer Satz: Errare humanum est. (= Irren ist menschlich.)
Italienisch: Errare è umano.
Spanisch: Errar e humano.
Französisch: L’ erreur est humaine.

 

Übrigens finden sich auch im Englischen viele Wörter (bis zu 80 %), die eine große Ähnlichkeit mit dem Lateinischen aufweisen, wie z.B. to move (lat. movere), to invent (lat. invenire), condition (lat. condicio).
Deshalb sehen wir am JTG Latein als Basissprache, auf der man die anderen modernen Fremdsprachen konsequent aufbauen kann. So kann jeder seinem Interesse entsprechend aus der gemeinsamen Wurzel Latein heraus einen ganz persönlichen „Sprachenstammbaum“ entwickeln.
Doch Latein bietet auch noch andere Vorteile. Nicht zuletzt lernt man in seiner Arbeitsweise, sich Genauigkeit anzueignen, weil man die Endungen der lateinischen Wörter exakt beachten muss. Auch die Kombinationsfähigkeit wird beim Übersetzen geschult und ganz besonders die Fähigkeiten zum systematischen Arbeiten.
Zudem erweitert man seinen Horizont, indem man sich mit einer großen Themenvielfalt in den lat. Texten (Themen der Philosophie, der Geschichtsschreibung, der Rhetorik, auch des Alltags) kritisch auseinandersetzt und so aus der zeitlichen Distanz heraus zu einem eigenen Standpunkt gelangt. Diese Einladung zum Querdenken trägt nebenbei auch zur Entfaltung der Kreativität bei. Das alles sind Kompetenzen, die für die gesamte Gymnasiallaufbahn und später im Studium oder Beruf von entscheidender Bedeutung sind.

 

Warum soll man Latein ab der 5. Jahrgangsstufe lernen?
Das Angebot, mit Latein in der 5. Klasse zu beginnen, gehört traditionell zum Profil des humanistischen Gymnasiums.
Was können die Schüler in Latein als 1. Fremdsprache alles entdecken? Welchen Nutzen hat es, mit Latein anzufangen?
Latein ist in der 5. Jahrgangsstufe das einzige Fach, das die Schüler nicht von der Grundschule kennen. Gerade das Fremde und Unbekannte begeistert Kinder, und dies stellt die Welt der Römer dar.
Die Schüler erfahren im Lateinunterricht,


welche Kleidung die Römer getragen hatten,
welche Haustiere sie besaßen,
was mit Pompeji geschah, als der Vesuv ausbrach,
was die römische Wölfin mit dem trojanischen Pferd zu tun hat,
warum Europa auf einem Stier sitzend auf einer griechischen 2-Euro-Münze abgebildet ist.


Auch erfahren die Kinder,


dass die Römer schon Mühle spielten,
wie sie die heute noch sichtbaren Straßen, Thermen und Tempel bauten.

 

Diese Informationen lernt man anhand lateinischer Texte des Lehrbuchs Schritt für Schritt kennen; sie sind dort kindgerecht und abwechslungsreich aufbereitet, so dass man die „geistigen Grundlagen Europas“ versteht und so eine breite Allgemeinbildung erwirbt.

Die Kinder sind oft auch erstaunt, wenn sie erkennen, dass in ihrem Alltag die lateinische Sprache immer noch präsent ist.
Latein ist die Sprache der Werbung – wer hätte geglaubt, dass die „Penatencreme“ auf die römischen Hausgötter zurückgeht? Oder wenn bei Müslisorten mit Cerealien geworben wird, weiß der lateinkundige Schüler sofort, dass es sich hier um Getreidezutaten handelt, da er Ceres als Göttin der Feldfrüchte kennt.
Zudem lebt Latein in vielen Fremd- und Lehnwörtern im Deutschen fort; der Schüler weißt sofort Bescheid, wenn jemand sich ambulant im Krankenhaus behandeln lässt, dass der Patient (lat. patiens: der Geduldige) nach der Behandlung abends wieder nach Hause gehen (lat. ambulare: spazieren gehen) kann. Auch stammen die Begriffe vieler Fachsprachen aus dem Lateinischen. So wird im Deutschen eine Satzverbindung als Konjunktion (lat. coniungere) bezeichnet. Die Sinnrichtung von Nebensätze bezeichnet man als temporal, kausal oder modal (lat. tempus, causa, modus). Auch hinter mathematischen Begriffen wie Addition, Division oder Multiplikation verbergen sich lateinische Wörter.
Nebenbei merken die Kinder auch, dass sie mit ihren Lateinkenntnissen einfache italienische Wörter und Sätze verstehen können, weil sie eine Basissprache lernen, die das Erlernen anderer romanischer Fremdsprachen wesentlich erleichtert.
Auch kommt den jüngeren Schülern die Eigenheit des Lateinischen entgegen: Die Sprache ist klar gegliedert, logisch strukturiert und sie lässt sich Schritt für Schritt wie ein Baukasten erlernen. Gerade Gymnasialanfänger haben gerne eine verläßliche Struktur und wollen genau wissen, ob etwas richtig oder falsch ist. Außerdem ist Latein eine „tote“ Sprache mit einem begrenzten Wortschatz, der sich nicht erhöht. So reicht ein Basisvokabular von etwa 1250 Wörtern, um eine Vielzahl von lateinischen Texten übersetzen zu können.
In vielerlei Hinsicht ist Latein ein Basisfach des Gymnasiums. Denn man lernt im Lateinunterricht eine Arbeitshaltung, die für das Gymnasium wichtig ist. Das sind


- Genauigkeit (es ist nicht ausreichend, einen Text oberflächlich zu erfassen; jeder Buchstabe ist
wichtig)
- Geduld und Ausdauer (durch kontinuierliches Üben und Wiederholen des Wortschatzes und
der Satzkonstruktionen)

 

Daher ist es durchaus empfehlenswert, in der 5. Jahrgangsstufe mit Latein konzentriert die Grundlagen der Gymnasialbildung zu legen und so das Lernen für andere Fächer nutzbar zu machen, bevor in der 6. Klasse dann Englisch wieder einsetzt.